Neue Oltner Zeitung 14.04.10
Schritt für Schritt
WOLFWIL Sascha von Arx auf der Zielgerade
Zuerst war er ein Fussballer.
Dann ein Velofahrer. Dann wieder ein Fussballer. Jetzt gilt seine Liebe wieder dem Fahrrad. Sascha von Arx kriegt die Kurve. Und mit seinem OnlineShop für Velozubehör scheint der Egerkinger, der
seit zwei Jahren in Wolfwil wohnt, auch beruflich in die Zielgerade einzufahren.
Streng genommen begann die sportliche Karriere von Sascha von Arx mit dem Fussball. Als Junior beim FC Egerkingen bescheinigte ihm der Trainer eine Menge Talent. Doch Sascha von Arx war im
Grunde genommen eher ein Einzelsportler. Also widmete er sich schon in jungen Jahren dem Radsport, wo ihm der Trainer ebenfalls eine ganze Menge Talent bescheinigte. Zwölf Jahre strampelte er
sich auf den Strassen in der Schweiz, Frankreich, Belgien und Deutschland die Waden stramm, fuhr schnurstracks in die Kategorie der Elitefahrer, doch der Schritt zu den Profis schaffte er nicht.
Im Jahr 2002, mit 25, lockte dann wieder das runde Leder. Der FC Egerkingen freute sich, das ehemalige Talent wieder in seinen Reihen zu wissen.
Wenn der Schalter kippt
Nach drei Jahren FC Egerkingen, folgte Sascha von Arx seinem Trainer Walter Müller zum SC Fulenbach. Dieses Mal musste es gleich die 2. Liga sein, das Talent war noch immer vorhanden. «Am
Anfang plagte ich mich mit einer Knochenhautentzündung herum, möglicherweise war das der Umstellung vom Training mit dem Fahrrad zum Training mit dem Ball zuzuschreiben », sagt Sascha von
Arx. Dann kippte der Schalter und von Arx wurde einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Liga. Dazu kam seine Kampfkraft, als ehemaliger Einzelkämpfer auf dem Velosattel eine
Selbstverständlichkeit, was man in Fulenbach äusserst schätzte. Vielleicht wusste Sascha von Arx zu Beginn der Vorrunde der Saison 2009/10 noch nicht, dass ihn die Sehnsucht nach diesem harten
Sattel bald wieder vollends ergreifen sollte. Der fussballerische Rest ist schnell erzählt, von Arx absolvierte die letzten vier Spiele dieser Vorrunde in der 2. Mannschaft des SC Fulenbach,
dann erlosch das fussballerische Feuer. Wieder kippte der Schalter. «Gestern fragte mich Toni Ackermann, ob ich am Wochenende in der 2. Mannschaft aushelfen würde. Ich habe zugesagt, damit habe
ich kein Problem.» Sascha von Arx sagte dem Vorstand des SC Fulenbach, dass er bis im Sommer eine Bedenkpause möchte. Tief im Innern hat sich der Egerkinger, der seit zwei Jahren in Wolfwil in
einem schmucken Häuschen wohnt, bereits entschieden. «Zu 99 Prozent ist Schluss mit Fussball. Wenn ich mit dem Velo unterwegs bin, brauche ich keine fixen Zeiten, um zu trainieren. Und ich habe
mehr Zeit für die Familie.» Ein zweites Kind ist unterwegs und das Ziel, mit 33 eine Familie zu haben und sich beruflich zu bestätigen, scheint fast getroffen. Sascha von Arx verschreibt sich
wieder mit Haut und Haaren dem Velofahren.
Dann kam die Idee
«Plötzlich kam mir die Idee mit dem Velogeschäft», sagt Sascha von Arx. Im März eröffnete er seinen VeloOnlineShop. So nebenbei, denn hauptberuflich ist von Arx Lagerist bei der Firma Tonet in
Dulliken. «Ich will klein anfangen und gross rauskommen», sagt Sascha von Arx. In vier bis fünf Jahren will er sein eigenes «Budeli», eine Velowerkstatt mit Verkaufsladen, eröffnen. «Mit
Continental, Michelin und der PowerBar habe ich bereits einige Lieferanten», sagt von Arx. «Und Bestellungen gab es auch schon.» Flyer, Kärtli sind gedruckt und bald gibt es Trikots, welche
Sascha von Arx’ Firma nach aussen präsentieren. Es geht Schritt für Schritt vorwärts.
Klein anfangen, gross rauskommen
Als Mannschaftssportler im Fussball wurde Sascha von Arx zu einem Einzelsportler im Velofahren. Und umgekehrt. Und wieder umgekehrt. In Schwarzhäusern war er zum Velorennen gemeldet, sagte ab.
«Ich hatte zu wenig Training. Vielleicht nehme ich an der Solothurner Woche teil. Und Ende April fahre in mit meinem Vater an einer geführten Velotour an der Costa Brava», sagt Sascha von Arx.
Apropos Vater: Seine Werkstatt möchte Sascha von Arx im Elternhaus errichten, dort sind die nötigen Räumlichkeiten vorhanden. Sein Vater wird ihm dabei helfen, wenn er pensioniert ist. Der
Businessplan steht. Von Arx fängt klein an und kommt gross raus.
Fredi Köbeli